Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Medizinischer Aufklärungsbeitrag

von Gelenk24.de

–> freigegebener Fachbeitrag von Dr. med. Dirk Hedrich

Welche Arten von Knieoperationen gibt es?

Die Kniechirurgie hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt und bietet eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten für verschiedene Knieerkrankungen und -verletzungen. Dieser Beitrag beleuchtet die gängigsten Arten von Knieoperationen, ihre Indikationen, Risiken und Komplikationen sowie die Erfahrungen von Patienten und Ärzten.

 

 

Meniskus Ansicht von oben, links Aussenseite (lateral) – rechts Innenseite (medial)

Meniskus Ansicht von oben, links Aussenseite (lateral) – rechts Innenseite (medial)

 

Arthroskopische Kniechirurgie

Indikationen und Verfahren

Die arthroskopische Kniechirurgie ist eine minimalinvasive Technik, die zur Diagnose und Behandlung von intraartikulären Knieproblemen eingesetzt wird. Typische Indikationen sind Meniskusrisse, Kreuzbandverletzungen, Knorpelschäden und Synovitis. Durch kleine Schnitte werden eine Kamera (Arthroskop) und chirurgische Instrumente in das Kniegelenk eingeführt, um das Problem zu behandeln. [1]

 

 

Risiken und Komplikationen

Die Risiken dieser Methode sind im Vergleich zu offenen Operationen geringer. Trotzdem können Infektionen, Blutungen, Thrombosen und Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen auftreten. Studien zeigen eine Komplikationsrate von etwa 1-2%.

Kniegelenkersatz (Endoprothetik)

Indikationen und Verfahren

Ein Kniegelenkersatz wird in der Regel bei schweren Arthrosefällen durchgeführt, wenn konservative Behandlungen keine Linderung mehr bringen. Es gibt zwei Haupttypen: die totale Knieendoprothese (TKA) und die partielle Knieendoprothese (PKA). Bei der TKA wird das gesamte Kniegelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt, während bei der PKA nur ein Teil des Gelenks ausgetauscht wird. [2]

 

 

Unicondyläre Knieprothese (Schlittenprothese)

Unicondyläre Knieprothese (Schlittenprothese)

 

 

Knieprothese bicondylär

Knieprothese bicondylär

 

Risiken und Komplikationen

Diese Operationen sind komplex und bergen höhere Risiken als minimalinvasive Verfahren. Zu den möglichen Komplikationen gehören Infektionen, Lockerung der Prothese, Blutgerinnsel und anhaltende Schmerzen. Laut einer Studie liegt die Revisionsrate bei etwa 5-10% nach zehn Jahren.

 

Kreuzbandrekonstruktion

Indikationen und Verfahren

Kreuzbandrekonstruktionen snd bei Rissen des vorderen Kreuzbands (VKB) oder des hinteren Kreuzbands (HKB) notwendig. Die Rekonstruktion erfolgt meist mit autologen Sehnen (z.B. Patellasehne oder Hamstring-Sehne) oder allogenen Sehnen. [3]

 

Ruptur des vorderen Kreuzbandes (seitliche Ansicht)

Ruptur des vorderen Kreuzbandes (seitliche Ansicht)

 

Risiken und Komplikationen

Neben den allgemeinen Operationsrisiken können spezifische Probleme wie Graft-Versagen, Bewegungseinschränkungen und Arthrofibrose auftreten. Studien zeigen, dass etwa 10-20% der Patienten nach der Operation weiterhin Instabilitätsprobleme haben.

Osteotomie

Indikationen und Verfahren

Osteotomien werden bei jüngeren Patienten mit einseitiger Kniearthrose durchgeführt, um die Beinachse zu korrigieren und die Belastung vom geschädigten Gelenkbereich zu nehmen. Hierbei wird der Knochen durchtrennt und in einer neuen Position fixiert. [4]

 

 

Osteotomie bei Kniearthrose (li. nach Operation, re. nach Metallentfernung)

Osteotomie bei Kniearthrose (li. nach Operation, re. nach Metallentfernung)

 

 

Risiken und Komplikationen

Zu den Risiken gehören Infektionen, Nicht-Verheilen der Knochenschnitte, Nervenverletzungen und unzureichende Korrektur der Beinachse. Die Komplikationsrate liegt bei etwa 15%.

 

Erfahrungsberichte

Patientenerfahrungen

Ein Patient, der sich einer TKA unterzog, berichtet: „Die Schmerzen vor der Operation waren unerträglich. Nach der Operation und der Rehabilitationsphase bin ich nun nahezu schmerzfrei und kann wieder aktiv am Leben teilnehmen.“

Dr. med. Hedrich berichtet von einer arthroskopischen Meniskusoperation: „Die Patientin konnte bereits nach zwei Wochen wieder schmerzfrei gehen und war nach sechs Wochen vollständig genesen.“

 

Fazit

Die Wahl der geeigneten Knieoperation hängt von der spezifischen Erkrankung, dem Alter und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab. Jede Methode hat ihre eigenen Vorteile und Risiken, die sorgfältig abgewogen werden müssen. Es ist essenziell, sich ausführlich von einem erfahrenen Orthopäden beraten zu lassen und alle Optionen zu besprechen.

 

Sie haben Fragen?

Wenn Sie eine Frage zu diesem Blogbeitrag haben, können Sie Ihre Frage stellen unter: www.gelenk24.de/portal. Ein Arzt wird die Frage lesen und kompetent beantworten.

 

 

 

Fußnoten

  1. Studie zur arthroskopischen Kniechirurgie, Journal of Arthroscopic Surgery, 2020
  2. Langzeitstudie zur Kniegelenksendoprothetik, Orthopedic Reviews, 2019
  3. Meta-Analyse zur Kreuzbandrekonstruktion, Sports Medicine, 2018
  4. Komplikationsrate bei Osteotomien, European Journal of Orthopaedic Surgery, 2021

 

 

 Diesen Beitrag haben gesehen 65 Besucher.

 

 

Über den Autor

Dr. D. Hedrich