{"id":472,"date":"2017-06-24T15:30:52","date_gmt":"2017-06-24T13:30:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gelenk24.de\/portal\/?p=472"},"modified":"2021-02-18T12:39:24","modified_gmt":"2021-02-18T11:39:24","slug":"aktiv-und-beweglich-trotz-arthrose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gelenk24.de\/portal\/aktiv-und-beweglich-trotz-arthrose\/","title":{"rendered":"Aktiv und Beweglich trotz Arthrose"},"content":{"rendered":"<h1>Aktiv und beweglich trotz Arthrose<\/h1>\n<h3>Arthrose ist weltweit die h&auml;ufigste Gelenkerkrankung. Etwa 25 Prozent der &uuml;ber 35-j&auml;hrigen sind davon betroffen. Ab 50 leidet bereits &uuml;ber 60 Prozent der Bev&ouml;lkerung daran und bei den &uuml;ber 65-j&auml;hrigen sind sogar 90 Prozent betroffen. Das macht schon deutlich, zwischen Arthrose und Lebensalter besteht eine eindeutige Korrelation.<\/h3>\n<p><strong>Arthrose braucht kein Mensch.<\/strong> Sozialversicherungsrechtlich ist Arthrose keine Krankheit. Die Sozialversicherungstr&auml;ger betrachten Krankheit als Vorhandensein einer St&ouml;rung, die eine Behandlung im Sinne von medizinischer Therapie und Krankenpflege erfordert und eine Arbeitsunf&auml;higkeit zur Folge hat. Es ist kaum auszudenken, was passieren w&uuml;rde, wenn jeder Arthrosepatient sich ab sofort bis zu seiner Genesung (die es niemals vollst&auml;ndig geben wird!) arbeitsunf&auml;hig krank melden w&uuml;rde. Wenn Arthrose demnach aber keine Krankheit ist, wie soll man dann mit den Schmerzen und Bewegungseinschr&auml;nkungen umgehen, die sie verursacht?<\/p>\n<p>Als Arthrose bezeichnet man die meist altersbedingte Abnutzung eines Gelenks. So beschreibt das Ma&szlig; der Zerst&ouml;rung der Knorpelschicht in diesem Gelenk und die damit einhergehenden Knochenver&auml;nderungen. Die nat&uuml;rliche F&auml;higkeit, sich frei bewegen zu k&ouml;nnen, geht dadurch verloren. Das Gelenk entz&uuml;ndet sich, schwillt an und schmerzt. Anfangs treen diese Schmerzen nur gelegentlich auf, z.B. nach st&auml;rkeren oder ungewohnten Belastungen. Im weiteren Verlauf verk&uuml;rzen sich die schmerzfreien Phasen. Am h&auml;ufigsten betroffen sind H&auml;nde, Knie und H&uuml;ften, aber auch jedes andere Gelenk inklusive der Wirbels&auml;ule kann erkranken. Weitere Ursachen k&ouml;nnen auch genetische Veranlagung, &Uuml;berlastung, Entz&uuml;ndung oder Verletzung sein.<\/p>\n<p><strong>Selbstheilung ausgeschlossen.<\/strong> Immer h&auml;ufiger stellen wir fest, dass Durchblutungsst&ouml;rungen des Knochens zur Entstehung der Arthrose beitragen. Meistens sind es Gef&auml;&szlig;verkalkungen, beg&uuml;nstigt durch z.B. unbehandelten hohen Blutdruck, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen, die zu einer Unterversorgung des Knochens f&uuml;hren, der seinerseits dann den dar&uuml;ber liegenden Knorpel nicht mehr &bdquo;ern&auml;hren&ldquo; kann. Das Knorpel-\/Knochengewebe beginnt sich aufzul&ouml;sen, stirbt ab und hinterl&auml;sst vom Gleitbelag ungesch&uuml;tzte, immer gr&ouml;&szlig;er werdende Kahlstellen, die einen direkten Reibekontakt gegen&uuml;berliegender Gelenkknochen m&ouml;glich machen. Die Folgen: Entz&uuml;ndungen, Schmerzen, Bewegungseinschr&auml;nkungen und schlie&szlig;lich Funktionsverlust &ndash; kurzum Gelenkzerst&ouml;rung. Unserem K&ouml;rper ist eine Knorpelheilung aus eigener Kraft nicht m&ouml;glich und auch von au&szlig;en gilt die Arthrose bis heute als nicht heilbar.<\/p>\n<p><strong>Fr&uuml;hzeitige Erkennung des Problems enorm wichtig.<\/strong> Dennoch gibt es gute M&ouml;glichkeiten, die Schmerzen zu lindern und auf diese Weise die Einschr&auml;nkungen im Alltag so gering wie m&ouml;glich zu halten. Durch moderne Therapieans&auml;tze lassen sich die Gelenkfunktion und das Fortschreiten der Arthrose g&uuml;nstig beeinflussen. F&uuml;r den Funktionserhalt des betroffenen Gelenks ist aber die fr&uuml;hzeitige Erkennung des Problems enorm wichtig, weil nur dann die Ursache in einer mehrschichtigen Therapie behandelt und Folgeerscheinungen verhindert oder eingeschr&auml;nkt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p><strong>Arthrosetherapie nur beim Spezialisten.<\/strong> Die Behandlung der Arthrose ist nicht trivial, sondern erfordert hohes, orthop&auml;disches K&ouml;nnen und Erfahrung. Ziel ist, mit konservativen und bei Bedarf auch operativen Behandlungsmethoden das Fortschreiten der Arthrose m&ouml;glichst stark abzubremsen. Bieten sich die konservaten Ma&szlig;nahmen oft noch im Fr&uuml;hstadium an, so kommen die operativen Ma&szlig;nahmen darin zum Einsatz, wenn z.B. grobmechanische Einklemmungen durch eine Meniskus- oder Knorpeldestruktion zu einer besonders raschen Zerst&ouml;rung benachbarter Strukturen f&uuml;hren w&uuml;rden.<\/p>\n<p>Konservative Ma&szlig;nahmen sind z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Revitalisierung des nicht oder nur schlecht durchblutenden Knochens sowie des ungen&uuml;gend funktionierenden Knorpelstoffwechsels mithilfe gezielter Ma&szlig;nahmen, wie z.B. Kernspinresonanztherapie (MBST) &ndash; eine der modernsten Methoden der vibrationalen Medizin. Begleitend oder alternativ sind durchblutungsf&ouml;rdernde Infusionen sinnvoll. Diese MA&szlig;nahmen sollten m&ouml;glichst fr&uuml;hzeitig durchgef&uuml;hrt werden, bevor die daraus resultierende Osteoporose zu einer Beinachsenverlagerung mit nachgeordneter O- oder X-Beinfehlstellung f&uuml;hrt;<\/li>\n<li>ACP-Therapie (eine Form der Eigenblutbehandlung) mit deren Hilfe die in unserem Blut vorhandenen Reparaturhormone und Wachstumsmediatoren konzentriert in das arthrotische Gelenk eingespritzt werden, um dort noch m&ouml;gliche Reparaturprozesse des Gelenks anzukurbel;<\/li>\n<li>Hyalurons&auml;ure-Gelenkinjektionen zur Verbesserung der Gleitvorg&auml;nge und Roborierung der Knorpelstrukturen durch deren Eigenschaft als Vernetzungsmolek&uuml;hl der Kollagenfibrillen. Damit wird der noch vorhandene Knorpel gest&auml;rkt;<\/li>\n<li>Cortison-Injektionen im Akutfall gefolgt von entz&uuml;ndungshemmenden Pr&auml;paraten, um die aktuen Symptome einzud&auml;mmen, ohne dadurch auf die Arthrose selbst einzuwirken;<\/li>\n<li>Korrektur der fr&uuml;hen Fehlbelastung durch Schuheinlagen oder ggf. korrigierende Orthesen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Operative Ma&szlig;nahmen sind z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Mikrofrakturierung und\/oder subchondrale Spongiosaplastik; dabei wir der freiliegende Knochen durch eine spezielle Abfr&auml;sungstechnik zur Bildung eines Faserknorpel-Regenerats angeregt &ndash; eine v&ouml;llig nat&uuml;rlich Reparatur! Dieser neu gebildete Faserknorpel weist auch langfristig eine erstaunlich gute Qualit&auml;t auf, die durch die Implantation von Karbonfaserstiften (auch &bdquo;Bioprothese&ldquo; genannt) noch gesteigert werden kann. F&uuml;r den Patienten bedeutet das zus&auml;tzliche Jahre mit intakter Gelenkfunktion.<\/li>\n<li>Umstellungsosteotomie; die durch den Knorpeluntergang und die Unterversorgung ausgel&ouml;ste Schw&auml;chung des Knochens (lokale Osteoporose) verst&auml;rkt eine vorbestehende O- oder X-Bein-Fehlstellung und forciert deren weitere Zerst&ouml;rung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die gegebenenfalls notwendigen Operationen k&ouml;nnen in der Regel <a href=\"https:\/\/www.gelenk24.de\/portal\/enzyklopaedie\/ambulant\/\" target=\"_self\" title=\"Behandlung oder Untersuchung ohne station&auml;re Aufnahme\" class=\"encyclopedia\">ambulant<\/a> durchgef&uuml;hrt werden. Sie verschieben den Zeitpunkt des Einbaus eines k&uuml;nstlichen Gelenks h&auml;ufig um mehrere Jahre oder ersetzen ihn v&ouml;llig. Diese Perspektive gewinnt mit steigender Lebenserwartung an Bedeutung und reduziert das Risiko, aufgrund einer zu fr&uuml;hen Gelenkersatzoperation in den sp&auml;ten Lebensjahren erneut operiert werden zu m&uuml;ssen, weil sich die Prothese gelockert oder den Knochen besch&auml;digt hat. Es muss jedoch klar sein, dass diese Ma&szlig;nahmen nur funktionelle Hilfen sein k&ouml;nnen, die sportlichen Belastungen nur noch auf einem erheblich reduzierten Niveau zulassen.<\/p>\n<p><strong>Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie ist Arthrose gut beherrschbar.<\/strong> Das setzt aber voraus, dass sie ernst genommen und ebenso ernsthaft und fr&uuml;hzeitig bek&auml;mpft wird. Als Orthop&auml;de sehe ich gerade hier noch gro&szlig;en Aufkl&auml;rungsbedarf. Arthrose bedeutet nicht automatisch den (sofortigen) Verlust von Beweglichkeit und Lebensqualit&auml;t. F&uuml;r einen hochqualifizierten Arzt mit breit differenzierten Therapiespektrum ist die Arthrose jedoch gut beherrschbar. Ein paar Tabletten, eine Spritze oder etwas Salbe alleine helfen nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><code>Diesen Beitrag haben gesehen 4 Besucher.<\/code><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arthrose ist weltweit die h\u00e4ufigste Gelenkerkrankung. Etwa 25 Prozent der \u00fcber 35-j\u00e4hrigen sind davon betroffen. Ab 50 leidet bereits \u00fcber 60 Prozent der Bev\u00f6lkerung daran und bei den \u00fcber 65-j\u00e4hrigen sind sogar 90 Prozent betroffen. Das macht schon deutlich, zwischen Arthrose und Lebensalter besteht eine eindeutige Korrelation. Als Arthrose bezeichnet man die meist altersbedingte Abnutzung eines Gelenks. 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